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Praxisanleitung Erzieher: So wirst du Ausbildungsmentor

Zuletzt redaktionell geprüft:

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisanleitung ist ein professionalisierter Ausbildungsbaustein mit Zertifikatskurs von 120–160 Stunden
  • Voraussetzungen: abgeschlossene Erzieherausbildung plus zwei Jahre Berufserfahrung
  • Die monatliche Zulage liegt im öffentlichen Dienst bei etwa 70 Euro – einige Träger zahlen mehr
  • PiA-Auszubildende brauchen engere Begleitung als klassische Azubis – gut geschulte Anleiter sind Pflicht
  • Gute Praxisanleitung senkt Abbrecherquoten und hilft gegen den Fachkräftemangel
  • Kurse werden von vhs, kirchlichen Bildungswerken und Fachschulen angeboten – Kosten häufig vom Träger übernommen

Es ist Dienstagmorgen in einer Kita im Westerwaldkreis. Elf Erzieherinnen halten ihr Zertifikat in der Hand. Sie haben gerade eine 160-stündige Fortbildung zur Praxisanleiterin abgeschlossen – organisiert von der Kreisvolkshochschule, durchgeführt in Präsenz und mit Supervision. Wie Anfang Juli aus der Region bekannt wurde, ist das kein Einzelfall. In Langenfeld, im Kreis Siegen-Wittgenstein, in Hünfeld – überall schließen Erzieherinnen Fortbildungen ab, die sie befähigen, Auszubildende anzuleiten. Was auf den ersten Blick wie eine Verwaltungsnotiz klingt, ist tatsächlich eine der wichtigsten Stellschrauben für die Kita-Qualität der kommenden Jahre.

Ich bin Tobias Schmid. Ich war 18 Jahre Grundschullehrer in München, habe unzählige Praktikantinnen und Referendare begleitet und weiß: Eine gute Anleitung ist kein Selbstläufer. Heute berate ich Träger und Fachschulen. Wenn ich eines gelernt habe, dann das: Wer Azubis im Alltag begleitet, braucht nicht nur Erfahrung – sondern auch Handwerkszeug. Und genau darum geht es bei der Praxisanleitung.

Was ist eine Praxisanleitung überhaupt?

Wer die Erzieherausbildung kennt, weiß: Sie ist dual angelegt. Neben der Fachschule steht die praktische Ausbildung in der Kita. Und genau dort kommt die Praxisanleitung ins Spiel. Sie ist die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis – die erfahrene Fachkraft, die Auszubildende im Kita-Alltag an die Hand nimmt, reflektiert, Feedback gibt und schrittweise an die eigenständige Arbeit heranführt.

Die gesetzliche Grundlage dafür steht in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder. In den meisten Bundesländern müssen Praxisanleiter eine spezielle Qualifizierung nachweisen – einen Zertifikatskurs von in der Regel 120 bis 160 Unterrichtseinheiten. Der genaue Umfang variiert je nach Bundesland und Träger. Gemeinsam ist allen Kursen: Sie kombinieren pädagogisches Grundlagenwissen mit ganz praktischen Techniken. Wie führe ich ein Anleitungsgespräch? Wie formuliere ich konstruktives Feedback? Wie begleite ich Lernprozesse, ohne zu bevormunden?

Aus meiner Lehrerzeit kenne ich beide Seiten. Ich war selbst Praktikant, der froh war über eine Mentorin, die mir nicht nur sagte, was ich falsch mache, sondern mir zeigte, wie es besser geht. Und ich war später Mentor für Referendare und habe gemerkt: Anleiten will gelernt sein. Es ist ein Handwerk, keine angeborene Gabe. Wer das verstanden hat, ist auf dem richtigen Weg.

Warum die Praxisanleitung immer wichtiger wird

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Kita-Auszubildenden stark gestiegen. Allein in Nordrhein-Westfalen haben sich die Ausbildungszahlen in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) seit 2020 mehr als verdoppelt. Mehr Azubis bedeuten mehr Bedarf an qualifizierter Anleitung. Und gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Praxisanleitung selbst. Ein pädagogischer Beruf, der früher oft nebenbei erledigt wurde – „die Neue läuft halt mit“ – ist heute ein professionalisierter Ausbildungsbaustein.

Hinzu kommt: Die Erzieherausbildung selbst hat sich verändert. Während die klassische Ausbildung im Wechsel von Fachschule und Praxis verläuft, hat sich die PiA – also die vergütete, praxisintegrierte Form – in vielen Bundesländern als zweite Säule etabliert. PiA-Auszubildende sind von Anfang an stärker in den Kita-Alltag eingebunden. Sie brauchen eine engere Begleitung, häufigere Reflexionsgespräche und mehr strukturierte Anleitungszeit als ihre klassisch ausgebildeten Kolleginnen. Eine Fachkraft, die dafür nicht geschult ist, stößt schnell an ihre Grenzen.

Was mich besonders beschäftigt: In meiner Beratungsarbeit erlebe ich immer wieder, dass Praxisanleitung zwischen Tür und Angel stattfindet. Die erfahrene Kollegin gibt der Azubi noch schnell einen Tipp, während sie selbst eine Wickelsituation managt und im Augenwinkel die Turnhalle im Blick behält. Das mag gut gemeint sein – professionell ist es nicht. Wer ausbildet, braucht Zeit, Struktur und einen geschützten Rahmen für Reflexion. Die Qualifizierung schafft genau dafür das Bewusstsein. Und sie gibt den Anleiterinnen das Selbstvertrauen, diese Zeit auch einzufordern – gegenüber der Leitung, dem Team und nicht zuletzt sich selbst.

Wie läuft die Zertifikatsfortbildung ab – und wie findest du sie?

Die Kurse werden meist von Volkshochschulen, kirchlichen Bildungswerken oder freien Fortbildungsträgern angeboten. Im Februar und Juli 2026 dokumentierten regionale Medien gleich mehrfach vhs-Lehrgänge: 160 Stunden, verteilt auf Präsenzmodule, Selbstlernphasen und Supervision. In Langenfeld absolvierten städtische Kita-Fachkräfte einen ähnlichen Zertifikatskurs. Der Tenor der Teilnehmerinnen ist fast immer derselbe: Die Praxisnähe macht den Unterschied.

Die Inhalte folgen meist einem ähnlichen Curriculum. Es geht um Lernpsychologie – wie lernen Erwachsene eigentlich? –, um Kommunikationsmodelle, um Beobachtungs- und Beurteilungstechniken und um die rechtlichen Grundlagen der Ausbildung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Gesprächsführung. Denn das Herzstück der Praxisanleitung ist das regelmäßige Reflexionsgespräch: Was lief gut, was nicht, was willst du nächste Woche anders machen? Wer solche Gespräche nur aus dem Bauch heraus führt, verpasst die Chance auf echte Entwicklung.

Nach bestandenem Kurs erhalten die Absolventen ein Zertifikat. Es ist kein geschützter Titel – eine „Praxisanleiterin“ ist keine Kammer-Qualifikation wie der Meisterbrief. Aber es ist der Nachweis, dass die Fachkraft nach einem anerkannten Standard ausgebildet wurde. Träger, die auf Qualität in der Ausbildung Wert legen, setzen das Zertifikat inzwischen fast flächendeckend voraus. Erfreulich ist: Immer mehr Kitas übernehmen die Kursgebühren von 300 bis 1.200 Euro. Manche Bundesländer unterstützen die Qualifizierung zusätzlich über Förderprogramme, etwa aus dem Europäischen Sozialfonds.

Für die Suche nach einem passenden Kurs ist die eigene Einrichtung der erste Anlaufpunkt. Viele Träger haben Fortbildungskataloge oder kooperieren mit regionalen Volkshochschulen. Darüber hinaus bieten auch kirchliche Bildungswerke – etwa die Caritas oder die Diakonie – sowie Fachschulen selbst entsprechende Qualifizierungen an. Ein Tipp aus meiner Beratungspraxis: Schau dir vor der Anmeldung das Curriculum genau an. Ein guter Kurs deckt nicht nur Methodik ab, sondern enthält auch Supervision und eine Praxisphase mit Hospitation. Frage nach, wie viele Teilnehmerinnen im Kurs sind – bei mehr als 16 wird der Austausch schnell unpersönlich. Und sprich mit Kolleginnen, die den Kurs bereits absolviert haben. Nichts ist wertvoller als Erfahrungsberichte aus erster Hand.

Voraussetzungen, Vergütung und Karriereperspektive

Die Zugangsvoraussetzungen sind überschaubar. In der Regel brauchst du eine abgeschlossene Erzieherausbildung und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung. Manche Träger verlangen zusätzlich die Bereitschaft, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen und die eigene Anleitungspraxis supervidieren zu lassen. Eine pädagogische Zusatzqualifikation oder ein Studium der Sozialpädagogik ist hilfreich, aber keine Pflicht. Was die formale Checkliste nicht abbildet: Du solltest Freude daran haben, Wissen weiterzugeben. Geduld, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit zur Selbstreflexion sind mindestens so wichtig wie der Zertifikatskurs. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Die beste Fortbildung nützt nichts, wenn die Haltung nicht stimmt. Wer Azubis als billige Arbeitskraft betrachtet, wird nie eine gute Praxisanleitung sein. Wer sie als künftige Kolleginnen sieht, in die es sich zu investieren lohnt, hat schon die halbe Miete.

Die Bezahlung ist – wie so oft im sozialen Bereich – die Achillesferse. Eine Anfrage auf FragDenStaat aus dem Jahr 2023 förderte zutage, dass Praxisanleiterinnen im öffentlichen Dienst eine monatliche Zulage von rund 70 Euro erhalten. Siebzig Euro. Für eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mehrere Stunden pro Woche bindet und für die du eine aufwendige Fortbildung absolviert hast. Das ist kein Anreiz, das ist ein Almosen. Immerhin: Einige Träger gehen inzwischen weiter. Große kommunale Kitas und kirchliche Träger zahlen teils höhere Zulagen oder rechnen Anleitungsstunden als Arbeitszeit an. Auch die Gewerkschaften setzen sich für eine bessere Vergütung ein – bislang mit überschaubarem Erfolg. Wer sich für die Praxisanleitung entscheidet, tut das derzeit eher aus Überzeugung als aus finanziellen Gründen.

Zur Karriereperspektive gehört aber mehr als die Zulage: Eine abgeschlossene Praxisanleiter-Qualifikation ist auch ein Türöffner. Sie signalisiert deinem Träger, dass du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen und dich fachlich weiterzuentwickeln. In Kombination mit anderen Fortbildungen – etwa zur Kita-Fachwirtin oder zum Qualitätsmanagement – ergibt sich ein Profil, das für Leitungsaufgaben qualifiziert. Ich beobachte in meiner Beratungstätigkeit, dass ehemalige Praxisanleiterinnen überproportional häufig in stellvertretende Leitungen oder Fachberatungen aufsteigen. Die Praxisanleitung ist ein Karrieresprungbrett – nicht nur eine Zusatzaufgabe.

Was eine gute Praxisanleitung für die Kita bringt

Eine gut ausgebildete Praxisanleitung ist ein Standortvorteil. Kitas mit qualifizierten Anleitern haben weniger Abbrecher in der Ausbildung, können leichter Nachwuchs gewinnen und profitieren von frischen Impulsen, die Auszubildende aus der Fachschule mitbringen. Der Kreislauf ist einfach: Gute Anleitung führt zu guten Absolventinnen, die wiederum gute Anleiterinnen werden können.

In der Praxis erlebe ich oft, dass Kitas den Nutzen erst spät erkennen. Eine Leiterin aus dem Rheinland sagte mir neulich: „Früher habe ich die Anleitung als zusätzliche Belastung gesehen. Heute weiß ich: Jede Stunde, die ich in meine Anleiterin investiere, kommt dreifach zurück – in besser ausgebildeten Fachkräften, weniger Einarbeitungszeit und einem positiven Teamklima.“

Systematische Erhebungen aus Deutschland und Österreich stützen diesen Eindruck: Auszubildende, die sich gut begleitet fühlen, sind zufriedener, lernen schneller und bleiben dem Beruf häufiger erhalten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein entscheidender Faktor. Wer heute als Träger an der Praxisanleitung spart, zahlt morgen drauf – durch höhere Fluktuation, längere Vakanzen und schlechtere Betreuungsqualität. In meinen Beratungsgesprächen mit Trägervertretern sage ich es gerne so: Ein sechswöchiger Ausfall einer unbesetzten Stelle kostet mehr als die gesamte Qualifizierung einer Praxisanleiterin. Die Rechnung geht auf – man muss sie nur machen.

Herausforderungen, die niemand im Prospekt erwähnt

Zum Schluss will ich nicht verschweigen, was schiefgehen kann. Die größte Herausforderung ist die Zeit. In einer Branche, die ohnehin unter Personalmangel leidet, sind regelmäßige Anleitungsgespräche oft das Erste, was dem Alltagsdruck zum Opfer fällt. Untersuchungen aus Hessen zeigten, dass nur etwa die Hälfte der Praxisanleiterinnen ihre Anleitungszeit wie geplant nutzen kann – der Rest improvisiert zwischen Tür und Angel.

Ein zweites Problem ist die mangelnde Anerkennung im Team. Praxisanleitung ist keine „Zusatzaufgabe für zwischendurch“. Sie braucht Rückendeckung von der Leitung und Akzeptanz im Kollegium. Wenn die Anleiterin schief angesehen wird, weil sie „Extra-Zeit“ für Gespräche bekommt, leidet die Zusammenarbeit. Transparente Kommunikation und klare Aufgabenabsprachen sind deshalb essenziell.

Drittens: Nicht jeder Azubi ist leicht zu führen. Unterschiedliche Lerntypen, mangelnde Motivation oder private Belastungen können die Anleitung erschweren. Genau dafür gibt es die Fortbildung – sie vermittelt Werkzeuge, auch mit schwierigen Situationen professionell umzugehen. Wer darauf vertraut, dass „das schon irgendwie läuft“, wird früher oder später an Grenzen stoßen. Ich erinnere mich an einen Referendar, den ich während meiner Schulzeit begleitet habe. Hochintelligent, fachlich top – aber er konnte keine Beziehung zu den Kindern aufbauen. Erst das regelmäßige Reflexionsgespräch legte offen, dass er selbst große Hemmungen hatte, Nähe zuzulassen. Solche Erkenntnisse entstehen nicht im Vorbeigehen. Sie brauchen Vertrauen, Zeit und einen geschulten Blick.

Fazit: Lohnt sich der Schritt?

Ich sage: Ja. Nicht wegen der 70 Euro Zulage, sondern weil Praxisanleitung eine der sinnstiftendsten Aufgaben ist, die der Kita-Beruf zu bieten hat. Du gibst weiter, was du selbst gelernt hast. Du prägst, wie die nächste Generation von Erzieherinnen mit Kindern arbeitet. Du sorgst dafür, dass aus unsicheren Berufsanfängerinnen souveräne Fachkräfte werden.

Die Fortbildungsangebote sind da. Die Qualität der Kurse steigt. Und der Bedarf wächst mit jedem neuen Ausbildungsjahrgang. Wer jetzt die Qualifizierung macht, positioniert sich für die Zukunft – und tut gleichzeitig etwas gegen den Fachkräftemangel, über den alle klagen. Dafür braucht es keine Heldinnen. Sondern erfahrene Erzieherinnen, die bereit sind, ihr Wissen zu teilen. Als jemand, der selbst jahrelang junge Menschen begleitet hat, kann ich dir versprechen: Du wirst mindestens so viel lernen wie deine Azubis.

Quellen

  • WW-Kurier: „Aus der Praxis für die Praxis: vhs zertifiziert Erzieher als Praxisanleiter im Westerwaldkreis“ – 07.07.2026
  • WW-Kurier: „Erfolgreicher Abschluss der Fortbildungsreihe für Kita-Praxisanleiter“ – 06.02.2026
  • WW-Kurier: „Erfolgreiche Fortbildungen für Kita-Fachkräfte im Westerwald“ – 24.07.2025
  • WW-Kurier: „Kita-Kurs: Zertifizierung zur Azubi-Anleitung erfolgreich abgeschlossen“ – 03.05.2024
  • RP Online: „Kinder-Betreuung in Langenfeld: Zertifikatskursus stärkt Ausbildungsqualität der städtischen Kitas“ – 09.02.2026
  • blick-aktuell.de: „Fortbildungsreihe an der Kreis-vhs erfolgreich abgeschlossen“ – 09.02.2026
  • Mynewsdesk: „Gut ausgebildet bei Hephata: Praxisanleiter*innen feiern Abschluss“ – 18.12.2024
  • FragDenStaat: „70€/Monat-Zulage Praxisanleitung Erzieher:innen“ – 02.10.2023

Dieser Artikel wurde am 12. Juli 2026 auf Basis aktueller Medienberichte und langjähriger Praxiserfahrung recherchiert.

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Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag wurde von der KitaHero-Redaktion sorgfältig recherchiert und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine rechtliche, medizinische oder pädagogische Beratung im Einzelfall dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität. Verbindlich sind im Zweifel stets die offiziellen Auskünfte der jeweiligen Träger, Behörden und Fachstellen. Solltest du einen Fehler entdecken, freuen wir uns über einen kurzen Hinweis über unsere Kontaktseite.
"Praxisanleitung ist eine der sinnstiftendsten Aufgaben im Kita-Beruf. Nicht wegen der 70 Euro Zulage, sondern weil du die nächste Generation von Fachkräften prägst. Wer jetzt in die Qualifizierung investiert, investiert in die Zukunft der ganzen Branche."
— Tobias Schmid, Bildungsberater · KitaHero-Redaktion

Häufige Fragen

Muss ich als Praxisanleiterin einen speziellen Kurs absolvieren?

In den meisten Bundesländern ja. Die Landesausbildungsordnungen verlangen eine Qualifizierung von in der Regel 120 bis 160 Unterrichtseinheiten. Ohne Zertifikat darfst du in vielen Einrichtungen keine Auszubildenden anleiten.

Wie viel verdiene ich als Praxisanleiterin zusätzlich?

Im öffentlichen Dienst liegt die monatliche Zulage bei etwa 70 Euro. Einige kommunale und kirchliche Träger zahlen mehr oder rechnen Anleitungsstunden als Arbeitszeit an. Die Gewerkschaften fordern eine deutliche Erhöhung.

Kann ich die Fortbildung berufsbegleitend machen?

Ja, die meisten Kurse finden berufsbegleitend statt – abends, an Wochenenden oder in kompakten Blockmodulen. Die Dauer beträgt je nach Anbieter zwischen drei und zwölf Monaten.

Was ist der Unterschied zwischen klassischer Ausbildung und PiA?

In der klassischen Ausbildung wechseln sich Fachschule und Praxisblöcke ab. Bei der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) bist du von Anfang an fest in einer Kita angestellt und erhältst ein Ausbildungsgehalt. PiA-Azubis brauchen mehr Anleitung, weil sie stärker in den Alltag eingebunden sind.

Wer übernimmt die Kosten für die Fortbildung?

In der Regel der Arbeitgeber. Die Kursgebühren liegen zwischen 300 und 1.200 Euro. Sprich mit deiner Kita-Leitung – viele Träger haben eigene Fortbildungsbudgets oder nutzen Förderprogramme der Länder und des Europäischen Sozialfonds.

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