Das Wichtigste in Kürze
- Draußen Lernen ist keine Pause vom Lernen, sondern das Lernen selbst – Naturmaterial ersetzt didaktisches Spielzeug
- Kinder in naturnahen Umgebungen zeigen längere, komplexere Spielsequenzen und mehr Kooperation
- Ein fester Waldtag pro Woche, wetterfeste Ausrüstung und ein geschultes Team genügen für den Einstieg
- Draußen sein stärkt das Immunsystem und reduziert Lärmstress – beides messbare Vorteile für die Gruppe
1|Als ich vor zehn Jahren als einer von zwei Männern in einem Wiener Gemeindekindergarten anfing, gab es eine Frage, die mir die Kolleginnen in der ersten Woche mindestens dreimal stellten: „Gehst du mit den Kindern auch bei Regen raus?“ Ich hab damals gelacht und gesagt: „Gerade dann.“ Heute weiß ich: Dieses Lachen war Programm.
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3|Draußen lernen ist kein Trend, den man in einer Teamsitzung beschließt und nach der nächsten wieder vergisst. Es ist eine Haltung. Und sie ist in den letzten Jahren zu einem der spannendsten Felder der Elementarpädagogik geworden – mit handfesten entwicklungspsychologischen Argumenten, einer wachsenden Zahl an Modellprojekten und, ja, auch mit ein paar überraschenden Erkenntnissen aus dem hohen Norden.
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5|In diesem Artikel zeige ich Ihnen, was wirklich hinter dem Konzept steckt, warum „Draußen“ mehr ist als ein Ausflug in den Park – und wie Sie als pädagogische Fachkraft oder Elternteil ganz konkret damit anfangen können. Mit Wiener Schmäh, aber ohne Wiener Schmäh, was die Fakten angeht.
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7|## Was heißt „Draußen Lernen“ überhaupt?
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9|Der Begriff klingt erstmal selbsterklärend. Kinder gehen nach draußen und lernen dort. Aber die pädagogische Tiefe reicht weiter, als das Wetter es zulässt.
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11|Im Kern geht es um Naturraumpädagogik: Kinder erschließen sich ihre Umgebung nicht über Arbeitsblätter und Morgenkreise, sondern über unmittelbares Erleben. Die Pfütze wird zum Physiklabor, der umgestürzte Baum zur Bewegungsbaustelle, das raschelnde Laub zum Klangexperiment. Der Unterschied zum klassischen „Spielen im Garten“ liegt in der Systematik: Draußen-Lernphasen sind keine Pausen vom Lernen. Sie sind das Lernen.
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13|In Österreich gibt es dafür seit rund dreißig Jahren einen festen Rahmen: die Waldpädagogik. Das Landwirtschaftsministerium zählt rund 1.200 zertifizierte Waldpädagoginnen und Waldpädagogen im Land. Das ist keine kleine Zahl – für ein Alpenland mit knapp neun Millionen Einwohnern ein beachtliches Netzwerk. Der offizielle Leitsatz der forstlichen Umweltbildung lautet: „Im Wald vom Wald lernen.“ Und weiter: „Kein noch so perfekter Naturfilm vermittelt Erlebnisse im Ökosystem Wald so, als wenn Kinder die Natur direkt erleben können.“
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15|Entscheidend ist: Draußen Lernen ist kein Add-on, das man an schönen Tagen dazubucht. Es ist ein pädagogisches Prinzip, das den Naturraum als dritten Erzieher begreift.
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17|## Warum das Gehirn frische Luft braucht
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19|Ich hab in meiner Ausbildung an der BAfEP gelernt, dass Kinder lernen, indem sie etwas tun. Aber dass das „Tun“ draußen fundamental anders funktioniert als drinnen, war mir lange nicht klar.
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21|Draußen gibt es keine vorgegebenen Spielzeuge. Ein Stock kann Zauberstab, Werkzeug oder Balanciergerät sein – je nachdem, was das Kind gerade braucht. Dieses offene Materialangebot fördert exekutive Funktionen: Planen, Problemlösen, Inhibition. Die Forschungslage zeigt: Kinder in naturnahen Umgebungen entwickeln längere, komplexere Spielsequenzen. Sie verhandeln mehr, sie kooperieren intensiver, sie bleiben länger bei der Sache. Die Natur liefert den Anlass, die Kinder liefern den Rest.
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23|Ein Punkt, der oft übersehen wird: Draußen Lernen reduziert Lärmstress. Während drinnen 25 Kinder in einem Gruppenraum schnell einen Schallpegel erreichen, der das Stresshormon Cortisol nach oben treibt, verteilt sich die Akustik im Freien. Kinder kommen zur Ruhe, ohne dass eine Fachkraft „leise sein“ sagen muss. Das ist kein esoterisches Naturgefühl – das ist messbare Pädagogik.
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25|Ich erinnere mich an einen Nachmittag im Wiener Prater: Vier Kinder aus meiner Gruppe, die drinnen ständig aneinandergerieten, bauten zwei Stunden lang ein Rindenboot und ließen es im Teich treiben. Kein Streit, kein Geschrei, kein Eingreifen nötig. Der Raum hatte die Erziehung übernommen.
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27|Dazu kommt: Draußen sein stärkt das Immunsystem. Der Kontakt mit Erde, Wasser und Mikroorganismen trainiert die körpereigene Abwehr. Kinder, die regelmäßig im Freien spielen, haben nachweislich weniger Infekte der oberen Atemwege – das bestätigt nicht nur die Erfahrung der Waldkindergarten-Teams, sondern auch die umweltmedizinische Forschung. Ganz zu schweigen vom Vitamin-D-Spiegel, der in unseren Breiten bei Kindern, die überwiegend drinnen betreut werden, im Winter regelmäßig in den Keller geht.
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29|## Matschhosen, Gummistiefel und das Wetter-Argument
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31|Das häufigste Gegenargument, das ich höre: „Aber das Wetter!“ In Österreich regnet es im Schnitt 120 Tage im Jahr. Wenn wir nur bei Sonnenschein rausgingen, würden Kinder zwei Drittel des Jahres drinnen verbringen.
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33|Die Wahrheit ist: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Das ist kein flapsiger Spruch, sondern eine organisatorische Grundsatzentscheidung. Eine gute Draußen-Kita braucht: einen wetterfesten Unterstand als Basis, ausreichend Wechselkleidung für jedes Kind, Matschhosen und Gummistiefel in ausreichender Zahl – und ein Team, das selbst bei Nieselregen nicht das Gesicht verzieht. Wenn die pädagogische Fachkraft beim Anziehen der Regenjacke seufzt, spürt das jedes Kind. Kinder sind die besten Wetterfühler der Welt – aber sie orientieren sich an uns Erwachsenen.
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35|In Skandinavien ist man da weiter. Norwegische Einrichtungen verbringen bis zu siebzig Prozent des Tages draußen – auch bei minus zehn Grad. Die Kinder essen draußen, schlafen draußen im Kinderwagen, lernen draußen. Das Ergebnis sind robuste, bewegungsfreudige Kinder mit einem selbstverständlichen Bezug zur Natur. In Österreich und Deutschland holen wir auf: Die Zahl der Natur- und Waldkindergärten wächst stetig, und auch viele Regelkitas integrieren mittlerweile wöchentliche Waldtage.
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37|Und ja: Die dreckige Wäsche gehört dazu. Eltern, die abends drei Kilo Sand aus den Schuhen klopfen, darf man nicht allein lassen mit dem Gefühl, dass hier pädagogisches Chaos regiert. Erklären Sie, was Ihr Kind an diesem Tag gelernt hat – das relativiert die Matschhose.
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39|## Wie fängt man an? – Konkrete Schritte für die Praxis
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41|Sie müssen nicht gleich den ganzen Kindergarten in den Wald verlegen. Draußen Lernen lässt sich schrittweise einführen. Hier ein Fahrplan aus der Praxis:
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43|Erstens: Fangen Sie mit einem festen Waldtag pro Woche an. Ein Vormittag, jede Woche, bei jedem Wetter. Die Kinder gewöhnen sich an den Rhythmus, die Eltern an die dreckige Wäsche, das Team an die veränderte Vorbereitung. Nach drei Monaten wird der Waldtag so selbstverständlich sein wie der Turnunterricht.
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45|Zweitens: Richten Sie Ihr Außengelände als Lernumgebung her – nicht als Abstellfläche für Rutschbahn und Sandkiste. Ein Weidentunnel, eine Matschküche, ein Hügel zum Hinunterrollen, lose Holzbausteine. Je weniger das Material vorgibt, was man damit machen muss, desto mehr regt es die Fantasie an.
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47|Drittens: Schulen Sie Ihr Team. In Österreich gibt es den Zertifikatslehrgang Waldpädagogik mit standardisierten Modulen – von Wildtierkunde über Erste Hilfe im Gelände bis zur rechtlichen Absicherung. In Deutschland bieten die Forstverwaltungen der Länder ähnliche Qualifizierungen an. Eine Fachkraft, die selbst Feuer machen und Tierspuren lesen kann, vermittelt Natur nicht als Unterrichtsstoff, sondern als geteilte Begeisterung.
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49|Viertens: Holen Sie die Eltern ins Boot. Ein Elternabend, bei dem Sie erklären, warum nasse Socken kein Drama sind und was Ihr Kind stattdessen lernt, ist die halbe Miete. Zeigen Sie Fotos von den Waldtagen. Laden Sie Eltern zum Mitgehen ein. Wer einmal erlebt hat, wie konzentriert sein Kind eine halbe Stunde lang einen Bach staut, stellt keine Fragen mehr nach dem pädagogischen Mehrwert.
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51|Fünftens: Dokumentieren Sie. Nicht für die Akten, sondern für die Kinder. Ein Waldtagebuch, in dem jedes Kind zeichnet oder diktiert, was es erlebt hat, macht die Lernfortschritte sichtbar – für die Kinder selbst, für die Eltern und für Ihr Team.
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53|## Wenn Kinder wieder Kinder sein dürfen
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55|Das Schönste am Draußen Lernen ist ein Effekt, den ich in keiner Fachliteratur gefunden habe, den mir aber Dutzende Eltern und Kolleginnen bestätigen: Kinder draußen sind ausgeglichener. Die Fälle von aggressivem Verhalten gehen zurück, die Konflikte werden seltener und kürzer. Es ist, als würde der Außenraum den sozialen Druck aus der Gruppe nehmen.
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57|Das hat mehrere Gründe. Draußen gibt es genug Platz zum Ausweichen – wörtlich. Ein Kind, das eine Pause braucht, setzt sich auf einen Baumstumpf und schaut den Wolken zu. Drinnen sitzt es neben einem anderen Kind, das ihm gerade den Bagger weggenommen hat. Draußen gibt es Rückzugsorte, ohne dass sie als „stiller Stuhl“ markiert werden müssen.
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59|Dazu kommt: Natur ist wertfrei. Ein umgefallener Ast ist weder „richtig“ noch „falsch“, er ist einfach da. Anders als didaktisches Spielzeug, das eine „richtige“ Verwendung nahelegt, erlaubt Naturmaterial unendlich viele Interpretationen. Das entlastet Kinder, die mit Leistungsdruck kämpfen – und das sind mehr, als man denkt.
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61|## Herausforderungen, die keiner ausspricht
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63|Ich will nicht romantisieren. Draußen Lernen bringt Probleme mit sich, die man ehrlich benennen muss.
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65|Das größte: Aufsichtspflicht. Ein Waldstück ist unübersichtlicher als ein umzäuntes Außengelände. Das erfordert mehr Fachkräfte pro Kind oder ein engmaschigeres Aufsichtskonzept. In der Praxis hat sich bewährt, mit festen Grenzen zu arbeiten: „Bis zur großen Eiche, bis zum umgestürzten Baumstamm.“ Regelmäßiges Durchzählen und ein klares Signalsystem ersetzen den Zaun.
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67|Das zweite Problem: Zecken und andere Gesundheitsrisiken. Ja, das sind reale Gefahren. Aber sie sind beherrschbar: lange Kleidung, absuchen nach jedem Waldtag, Impfstatus prüfen. Das Standard-Repertoire jeder Waldkita.
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69|Das dritte Problem ist strukturell: Draußen Lernen ist in den Bildungsplänen der Bundesländer unterschiedlich stark verankert. Während etwa der niederösterreichische Bildungsplan Naturerfahrungen prominent nennt, spielen sie in anderen Rahmenplänen eine untergeordnete Rolle. Hier braucht es politischen Druck – und den Mut von Trägern und Leitungen, trotzdem anzufangen.
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71|Ein viertes Problem, das ich aus eigener Erfahrung kenne: als männlicher Pädagoge im Außengelände. Eltern und Passanten reagieren unterschiedlich auf Männer, die mit Kindern im Wald unterwegs sind – manche mit Skepsis, manche mit übertriebenem Lob, die meisten zum Glück mit Selbstverständlichkeit. Das ändert nichts an der pädagogischen Arbeit, aber es gehört zur Realität, über die wir offen sprechen sollten.
Und dann ist da noch das fünfte Problem, das niemand gern zugibt: die eigene Bequemlichkeit. Draußen sein bedeutet frieren, schwitzen, tragen, organisieren. Es ist einfach, den Waldtag bei Nieselregen abzusagen und stattdessen die Bewegungsbaustelle im Turnraum aufzubauen. Ich kenne diesen Impuls. Aber jedes Mal, wenn ich mich überwunden habe, war der Tag draußen der bessere – für die Kinder und für mich.
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73|## Unser Versprechen an die nächste Generation
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75|Ich habe als junger Pädagoge einmal eine Fortbildung zum Thema Naturpädagogik besucht. Der Referent – ein alter Förster aus der Steiermark – sagte einen Satz, den ich nie vergessen habe: „Man schützt nur, was man kennt. Und man kennt nur, was man erlebt hat.“
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77|Draußen Lernen ist keine pädagogische Modeerscheinung. Es ist eine Rückbesinnung auf das, was Kindheit immer war, bevor wir anfingen, sie in Stundenpläne zu pressen. Ein Kind, das gelernt hat, wie sich Moos anfühlt, wie eine Ameisenstraße funktioniert und wie man aus zwei Stöcken und einer Schnur ein Floß baut, hat mehr gelernt als jedes Arbeitsblatt jemals abbilden könnte.
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79|Und nein: Sie müssen dafür kein Förster sein. Kein Biologe, kein Survival-Trainer. Ein Stück Grünstreifen hinter dem Kindergarten reicht für den Anfang. Ein halbwegs wetterfester Unterstand und die Bereitschaft, selbst mit nassen Schuhen weiterzugehen – mehr braucht es nicht. Der Rest kommt von selbst: mit jedem Regentropfen, mit jedem umgedrehten Stein, mit jedem Kind, das draußen sein durfte und abends beim Abholen nicht aufhören kann zu erzählen.
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81|Ich geh dann mal raus. Die Kinder warten.
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83|## Quellen
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85|- Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Waldpädagogik in Österreich, bmluk.gv.at, abgerufen Juni 2026
86|- Verein Waldpädagogik Österreich, waldpaedagogik.at, mit Ausbildungsinformationen und Kongressdokumentation, abgerufen Juni 2026
87|- Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Waldpädagogik als Bildungskonzept, sdw.de, abgerufen Juni 2026
88|- Bundesforschungszentrum für Wald, Waldkindergärten in Österreich, bfw.ac.at, abgerufen Juni 2026
89|- ForstBW, Waldpädagogikkonzeption Baden-Württemberg, forstbw.de, abgerufen Juni 2026
90|- Bundesarbeitsgemeinschaft Waldkindergärten, Positionspapier und Einrichtungszahlen Deutschland, abgerufen Juni 2026
91|- Erzieherin-Ausbildung.de, Natur- und Waldpädagogik – Qualifikationswege für Fachkräfte, abgerufen Juni 2026
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93|Dieser Artikel wurde im Juni 2026 recherchiert und spiegelt den Stand der elementarpädagogischen Praxis in Österreich und Deutschland wider.
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Kita-Verzeichnis durchsuchen →"Ein Kind, das gelernt hat, wie sich Moos anfühlt, wie eine Ameisenstraße funktioniert und wie man aus zwei Stöcken und einer Schnur ein Floß baut, hat mehr gelernt als jedes Arbeitsblatt jemals abbilden könnte."— Stefan Reiter, Redaktor kitahero.com
Häufige Fragen
Brauche ich eine spezielle Ausbildung für Draußen-Pädagogik?
Für erste Schritte nicht. Ein fester Waldtag pro Woche mit einer naturbegeisterten Fachkraft reicht für den Einstieg. Wer tiefer einsteigen will: In Österreich gibt es den Zertifikatslehrgang Waldpädagogik, in Deutschland bieten die Forstverwaltungen der Länder Fortbildungen an.
Was tun bei schlechtem Wetter?
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung. Mit Matschhosen, Gummistiefeln, Wechselkleidung und einem wetterfesten Unterstand können Kinder bei fast jeder Witterung draußen sein. Entscheidend ist die Haltung des Teams: Wenn die Fachkraft beim Anziehen der Regenjacke nicht seufzt, spüren die Kinder das.
Wie gehe ich mit der Aufsichtspflicht im Wald um?
Mit festen Grenzen ('bis zur großen Eiche'), regelmäßigem Durchzählen und einem klaren Signalsystem. Ein Waldstück ist unübersichtlicher als ein umzäuntes Außengelände – das erfordert mehr Fachkräfte pro Kind oder ein engmaschigeres Aufsichtskonzept. Bewährt hat sich auch die Arbeit in Kleingruppen.
Sind Waldkindergärten das Gleiche wie Draußen Lernen?
Nicht ganz. Waldkindergärten sind die intensivste Form: Kinder verbringen den ganzen Tag draußen. Draußen Lernen lässt sich aber auch in Regelkitas schrittweise einführen – mit wöchentlichen Waldtagen, naturnah gestaltetem Außengelände und projektbezogenen Naturphasen. Sie müssen nicht gleich den ganzen Kindergarten in den Wald verlegen.
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